Ankommen

Thays Orrico auf Unsplash

Advent heißt Ankunft.
Und wir sind es gewohnt, dass im Advent allerlei ankommt: Pakete, Grußkarten, hin und wieder auch Gäste.
Doch das ist nicht alles. Da kommt noch mehr im Advent. Noch etwas anderes. Etwas, das sich nicht verschicken lässt wie Pakete oder Karten. Aber eine Art Gast ist es schon. Ein heiliger Gast. Er ist noch unterwegs. Er ist noch nicht da. Aber wir wissen, dass er sich aufgemacht hat und die Vorfreude auf ihn prickelt in unseren Herzen.
Es gibt ja Leute, die sich beklagen, dass wir vergessen haben, um wessen Ankunft es im Advent wirklich geht. Dass wir viel zu beschäftigt sind, Pakete zu verschicken und entgegenzunehmen, Lichterketten anzubringen und Bleche voller Köstlichkeiten zu backen. Dass wir in all dem Trubel den heiligen Gast aus dem Blick verlieren, der sich zu uns aufgemacht hat.
Aber wisst ihr was? Ich sehe das anders. Für mich ist das alles ein Ausdruck unserer Sehnsucht. Unserer Sehnsucht, dass der heilige Gast auch wirklich den Weg zu uns findet. Mit dem Duft von Zimtsternen versuchen wir, ihn herbeizulocken. Mit den Lichterketten markieren wir den Ort, an dem er uns finden kann. Und indem wir Geschenkpakete verschicken, sagen wir: Wir sind es wert, dass Du zu uns kommst, denn wir sind großzügig und liebevoll.
Ja, so sehe ich das. Für mich steckt in all dem Adventsgewirbel die inständige Bitte: Komm doch zu uns, heiliger Gast. Mach uns froh, im innersten Herzen froh, wie nur du es kannst.

Und der Gast? Er sieht unsere Sehnsucht. Er hört unsere Bitte. Natürlich tut er das. Und kommt dann trotzdem oft genug ganz anders zur Welt, als wir uns das vorgestellt haben. Kommt ausgerechnet da an, wo es schlecht riecht und dunkel ist. Soviel ich weiß gab es keine Lichterketten im Stall von Bethlehem und ob die Hirten bei ihrem Besuch wirklich an ein wärmendes Fell für das Neugeborene gedacht haben, wie man es immer wieder in Krippenspielen sieht  … wer weiß.
Und so erzählt uns die Heilige Nacht, dass Gott letztlich doch unerwartet und überraschend in unserer Welt ankommt. Tröstlich finde ich das, jedes Mal aufs Neue. Denn es hängt im Letzten eben doch nicht an uns, dass das Wunder geschieht.

 

Zurück